Forderung
Der LSBR fordert die Ausweitung des Sexualkunde Unterrichts auf mehr als nur Biologische Aspekte.
Konkret fordern wir eine Erweiterung des Sexualkundeunterrichts um folgende Inhalte:
- Konsens & Einvernehmlichkeit: Was bedeutet gegenseitiges Einverständnis? Wie erkenne ich Grenzen?
- Sexualisierte Übergriffe: Folgen für Betroffene und Täter*innen – rechtlich und emotional
- Zyklus & Menstruation: Wie verändert sich der Zyklus über die Jahre? Was ist PMS? Wie erkenne ich meine eigene Periode und was hilft aktiv gegen Schmerzen und Symptome?
- Formen von Liebe und Beziehung: LGBTQIA+, Monogamie, Polyamorie, Freundschaft+, romantische und aromantische Orientierung
- Verhütungsmethoden: Überblick über hormonelle und nicht-hormonelle Optionen – Verhütung ist nicht „nur Frauensache“
- Körperbilder & Pornografie: Kritischer Umgang mit Schönheitsidealen und medialen Vorstellungen von Sexualität
- Selbstbefriedigung: Enttabuisierung und Förderung eines gesunden Körperbilds
- Familienformen: Leben mit und ohne Kinder, Pflegefamilien, gleichgeschlechtliche Eltern, Alleinerziehende
Begründung
Sexualität ist Teil der Identität, Beziehung, Gesellschaft- und damit auch des Lebens eines jeden jungen Menschen.
Aktuell ist der Sexualkundeunterricht in vielen Schule nur auf biologische Inhalte beschränkt: Hormone, Befruchtung und Fortpflanzung stehen an der Tagesordnung. Jedoch ist Sexualität mehr als das.
Fortpflanzung ist nicht nur das Befruchten einer Eizelle, der Zyklus ist mehr als nur eine hormonelle Veränderungen und Liebe ist mehr als nur ein theoretisches Konzept.
Themen wie Konsens (also Einverständnis beider Seiten), Formen des Zusammenlebens, körperliche Selbstbestimmung oder praktische Unterstützung bei Menstruationsbeschwerden, werden nicht oder nur kaum behandelt.
Grade in Zeiten wo Social Media, Pornografie, Schönheitsdruck und sexualisierte Gewalt Teil des Alltags sind, braucht es eine fundierte, ehrliche und realitätsnahe Aufklärung
Das Ziel ist durch moderne Sexualbildung Wissen statt Scham zu bieten, eine nachhaltige Präventionsarbeit zu ermöglichen und das Jugendliche ihre eigene Vielfältigkeit ernst nehmen und ausleben können.