Forderung
Der LSBR fordert eine umfassende Neuaufsetztung des Medienunterrichts mit alltagsnahen
Schwerpunkten.
Begründung
In Zeiten wo beinahe jeder ein Smartphone besitzt und Social Media Plattformen wie TikTok und Instagram täglich genutzt werden - teilweise schon in der Grundschule - ist die Veränderung des oftmals veralteten Medienunterrichts notwendig. Aktuell beschränkt sich die Medienbildung oftmals auf Grundlagenwissen wie das Bedienen von Excel oder Word (Office Programmen), Datenschutz in der Theorie oder das Programmieren von Webseiten. Jedoch ist eine differenziertere und kritische Sicht auf die digitale Welt ausschlaggebend für ein reflektierten, sicheren und selbstbewussten Umgang.
Daher fordern wir folgende Inhalte für eine Neuausrichtung des Medienunterrichts:
- Verständnis von Social Media Algorithmen: Warum sehe ich, was ich sehe? Wie werden Inhalte sortiert und verstärkt?
- Ziele & Mechanismen digitaler Plattformen: Wie verdienen Plattformen Geld? Wie wird Aufmerksamkeit gebunden?
- Psychische Auswirkungen auf die Nutzer*innen: Vergleiche, Dopamin-Trigger, Suchtpotenzial, Selbstwertprobleme
- Strukturen & Funktionsweise von Plattformen: Wie funktionieren „For You“-Seiten, Trending-Systeme, Likes & Kommentare
- KI-generierte Inhalte erkennen & bewerten: Deepfakes, Fake News, Chatbots – wie unterscheide ich Realität von Simulation?
- Selbstreflexion & Nutzungsverhalten: Wie viel ist zu viel? Wie gestalte ich meine Bildschirmzeit bewusst?
Dabei stehen Alltagsrealität, Umsetzbarkeit und das eigene Verhalten im Vordergrund. Das erfüllen dieser Schwerpunkte soll durch interaktive und praxisorientierte Prozesse erreicht werden, dabei ist eine altersgerechte Darstellung und Informationsmenge ausschlaggebend. Der Medienbildung soll so früh wie möglich erfolgen und kontinuierlich weitergeführt werden bis hin zum Abschluss. Das bedeutet Medienbildung von der 1. bis zur 13. Klasse.